Jedes Chromosom besteht der Länge nach aus zwei Hälften, den genetisch identischen
Chromatiden, die am
Centromer miteinander verbunden sind. Jedes Chromatid hat zwei Arme. Diese enden jeweils im
Telomer, das keine Erbinformation enthält, aber vor Verklebung und Zersetzung schützt.
In den Chromatiden befindet sich die spiralig aufgewickelte
DNA. Diese wiederum umwickelt perlschnurartig ein Protein-Knäuel: Immer acht
Histone bilden ein solches Knäuel. Jedes davon ist ein
Nukleosom. Die DNA und die Histonproteine bilden zusammen das
Chromatin. Vor einer
Zellteilung verdichtet sich das Chromatin stark und die typische Form des Chromosoms entsteht. Während der Ruhephase (Interphase) ist das Chromatin locker angeordnet, so können die Gene besser abgelesen werden.

Willkürlicher Chromosomensatz

Karyogramm
Untersucht man die Zellkerne eines Menschen unter einem Mikroskop während einer Zellteilung, findet man 46 willkürlich angeordnete Chromosomen. Bei einer genaueren Betrachtung lassen sich jeweils immer zwei Chromosomen paarweise anordnen, und man erhält ein
Karyogramm mit 23 Chromosomenpaaren. Allerdings gelingt die paarweise Anordnung nur bei der Frau vollständig. Beim männlichen Karyogramm bleibt ein ungleiches Chromosomenpaar übrig. Der größere Paarling wird
X-Chromosom genannt, der kleinere
Y-Chromosom. Die X- und Y-Chromosomen nennt man auch
Geschlechtschromosomen oder
Gonosomen, da sie über das Geschlecht Mann oder Frau entscheidet. Der Mann besitzt XY, die Frau XX. Die Chromosomen der 22 anderen Paare nennt man
Autosomen.

Chromosomensatz des Menschen im Mikroskop
Als
Gen bezeichnet man einen DNS-Abschnitt, der Informationen über die Entwicklung einer bestimmten, körperlichen Eigenschaft „gespeichert“ hat. Die jeweiligen Chromosomenpaare sehen zwar fast gleich aus, sie unterscheiden sich aber genetisch. So enthält jeder Paarling den betreffenden Genabschnitt zu einer bestimmten Eigenschaft. Das Gen auf dem Paarling vom Vater kann die Augenfarbe braun festlegen und das Gen auf dem Paarling von der Mutter die Augenfarbe blau. Der doppelte Chromosomensatz des Menschen wird als
diploid bezeichnet. In den
Keimzellen, den Eizellen und Spermien, liegt nur ein einfacher Chromosomensatz vor, er ist
haploid.

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